Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde,
wie sich Angehörige, die einen jungen Menschen aus ihrer Mitte durch den von der Hamas begangenen,
barbarischen Mord und der anschließenden Verschleppung seines toten Körpers in den Untergrund fühlen, habe ich heute erfahren. Die Geschichte hat mich stark berührt.
Die letzte Geisel, Ran Gvili, ist endlich zurück. Das stimmt. Sein Leichnam wurde von der israelischen Armee aus einem Massengrab im Osten der Stadt Gaza geborgen. Der 24jährige Polizist aus Meitar, einer Ortschaft in der Nähe von Be’er Sheva, fuhr nach Ausbruch des Massakers der Hamas am 07. Oktober 2023 sofort zu den Kibbuzim Re’im und Be’eri und traf kurz nach dem Überfall der islamistischen Terroristen als einer der ersten Helfer dort ein. Trotz gebrochener Schulter kämpfte er mit seiner Dienstpistole bis zur letzten Patrone. Danach wurde er von den Terroristen erschossen.
Als einer der ersten mutig zur Hilfe geeilt, als letzter tot zurückgekommen. Was bleibt, ist eine tiefgreifende seelische Verletzung.
Die relativ ruhige Lage lässt noch keine Hoffnung auf einen Waffenstillstand zwischen der Hamas und Israel aufkommen. Immer noch lehnt die Hamas ihre Entwaffnung kategorisch ab. Demzufolge hält sich Israel nicht mehr dauerhaft an die Vereinbarung gebunden. Ein erneuter Ausbruch der Auseinandersetzungen droht. Weder Israel noch die vielen notleidenden Palästinenser im Gazastreifen kommen dem ersehnten Frieden wirklich näher.
Und der 20-Punkte-Plan des US-Präsidenten für Gaza sowie die Resolution des UN-Sicherheitsrates haben bisher zu keinen belastbaren Fortschritten geführt. Der neu geschaffene „Friedensrat“, in dem Donald Trump die letzte Entscheidung über alles hat, sorgt für viel Aufregung und Verwirrung.
Ungeachtet dessen findet der Antisemitismus und der tiefe Hass gegen Juden immer neuen Nährboden. Und dies nicht nur im allgemein gesellschaftlichen Bereich, sondern auch an den Universtäten.
Natürlich bleibt die erschreckende Zunahme von antisemitischen Vorfällen in Deutschland unseren Freunden in Israel, auch in unserer Partnerstadt Be’er Sheva, nicht verborgen. Und sie nehmen sehr genau wahr, dass trotz diverser Bemühungen der Bundesregierung sowie vieler Organisationen und Bündnisse die Wirkung der Gegenmaßnahmen bisher unbefriedigend ist.
Zudem werden in Deutschland und anderswo jüdische Mitbürger immer mehr für den Gaza-Konflikt in Kollektiv-haftung genommen.
Wie können wir der für unser Land und unsere Demokratie hochgefährlichen Entwicklung entgegenwirken?
Diese Frage beschäftigt uns als „Freundeskreis Be’er Sheva“ schon lange.
Deshalb brauchen wir immer wieder einen neuen Impuls zum Nachdenken und Handeln und laden Sie ein zur:
Jahreshauptversammlung (zugleich Mitgliederversammlung),
Mittwoch, 25. Februar 2026, 19 Uhr, City Kirche (Elberfeld).
Wir freuen uns, dass die Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) zugesagt hat, zu uns zu sprechen.
Prof. Dr. Brigitta Wolff
Wissen schafft Haltung: Bildung als Mittel gegen Antisemitismus
Im Anschluss an das Referat ist die Referentin gerne bereit, auf Fragen der Zuhörer einzugehen.
Kommen Sie und bringen Sie andere mit!
Es ist wichtig, im Kampf gegen den Antisemitismus und Extremismus nicht nachzulassen.
Herzlichen Gruß, auch vom ganzen Vorstand, und Shalom;
Arno Gerlach